Watchmen

12 03 2009

Vergangenen Donnerstag war wieder ein Kinobesuch fällig. Der Film war „Watchmen“ und aufgrund einer filmstarts.de Bewertung von 9/10 ging ich auch mit entsprechenden Erwartungen hinein. Das Comic war mir leider kein Begriff und auch vom Trailer her hat mich der Film eigentlich nicht besonders angesprochen.

Der Film spielt auf jeden Fall in einer alternativen Realität, wo Nixon in den 80iger Jahren noch Präsident ist und die Amerikaner den Vietnamkrieg gewonnen haben. Amerika und Russland sind bis auf den Zahn bewaffnet und es fehlt nur noch ein Funke, welche den atomaren Super GAU auslöst. Die Watchmen, eine Gruppierung von Superhelden ohne wirkliche Supermächte wurden von Präsident Nixon in den Ruhestand geschickt. 

 

Watchmen vor ihrer Deaktivierung

Watchmen vor ihrer Deaktivierung

 

 

Die Watchmen bestehen dabei aus dem Comedian. Ein älterer, brutaler, betrunkener Anti Held, der immer ein Lächeln auf seinem Gesicht hat und vor nichts zurückschreckt. Ein weiteres düsteres Mitglied ist Rorschach, dessen Gesicht von einer Maske bedeckt ist. Er ist psychisch angeknackst und kehrt sich eher weniger um die Menschen und empfindet die Welt als Abschaum. Adrian Veidt hat aus seiner Superhelden Vergangenheit bare Münze gemacht und verkauft u.a. Spielfiguren seiner selbst und hat sich ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut. Night Owl II und Silk Specre II sind die einzig „normalen“, welche beide ihrer Superheldenvergangenheit nachtrauern und sich in ihrem normalen Leben eher langweiligen. Ergänzt wird die Crew durch den allmächtigen Dr. Manhattan. Bei einem schief gelaufenden Experiment erlangte er als einziger Held wirkliche Superkräfte und wird nahezu gottgleich dargestellt. So kann er durch Zeit und Raum wandeln wie er lustig ist. Allerdings hat er sich aufgrund seiner nahezu unendlichen Macht von der Gesellschaft immer weiter abgewandt  und kümmert sich kaum noch um irdische Belange.

 

Die Watchmen

Die Watchmen

 

 

Nun kommt es dazu, dass der Comedian von einer mysteriösen Person umgebracht wird. Rorschach vermutet daraufhin direkt ein Angriff auf die inaktiven Watchmen und leitet deren Reaktivierung ein. Der Film beginnt dann erst nach etlichem Vorgeplänkel an Fahrt aufzunehmen.

Das Setting ist auf jeden Fall wundervoll getroffen. Die Umwelt der Superhelden, die Menschen etc. wird richtig dreckig, korrupt, egoistisch dargestellt. Die Welt steuert auf eine Dystopia zu. Entsprechend sind auch die Bilder meist trostlos, meist dunkel und schlechtes Wetter. Das Setting lässt einen tief in die Comicwelt eintauchen und auch die Gedankengänge der Charaktere nachvollziehen.

 

Silk Spectre II

Silk Spectre II

 

 

Die Charaktere sind vielfältig und sehr interessant. Sie machen für mich den großen Pluspunkt des Films aus. Ähnlich wie in „Spiderman 3″ oder „The Dark Knight“ werden die Helden nicht als perfekt und ideal dargestellt sondern als Mörder, Vergewaltiger, egoistisch und geldgeil. Sie haben sich ihrer dreckigen Umwelt angepasst. Das macht den Film um einiges interessanter als einen 0815 Superheldenfilm. Die Charaktere sind schön ausgearbeitet und man bekommt zahlreiche Hintergründe ausführlich dargelegt. Die schauspierische Leistung erbringt natürlich auch ihren Teil. Der gesamte Cast ist gut gewählt und spielt seine Rolle sehr glaubhaft. Rorschach, als Erzähler, ist vielleicht noch hervorzuheben, da sein Charakter mit am interessantesten und zwiegespaltesten ist.

Einzig alleine der Plot hat mich nicht wirklich vom Hocker gehauen. Es wurde zu Beginn viel Augemerk auf die Charakterausarbeitung gelegt, was den Film auch durchaus interessant macht. Aber die eigentliche Story kommt zunächst wenig voran und am Ende erhöht sich das Tempo auf einmal enorm. Der gesamte Vorgang, welcher zur Reaktivierung der Watchmen führt ist teilweise etwas langggezogen und auch ein wenig zu romantisiert. Bei ~160 Minuten darf man sich aber auch die eine oder andere Länge erlauben.

Weitere Pluspunkte ist die teilweise aufblitzende Selbstironie und Satire im Film. (z.B. Nixon’s Nase) Außerdem nimmt der Film kein Blatt vor dem Mund. Es werden nackte Körper und brutale „Menschenexplosionen“ gezeigt, wo man sich durchaus wundert, dass der Film eine Freigabe ab 16 Jahren bekommen hat.

Insgesamt hinterlässt „Watchmen“ bei mir einen ganz guten, wenn auch nicht überragenden Eindruck. Die Comicwelt ist wirklich gut dargestellt, die Chraktere machen den Film aus und lassen den Plot allerdings ein wenig in den Hintergrund rücken auch wenn der Twist am Ende die Sache durchaus wieder spannend macht. Aber die ganzen Kleinigkeiten machen den Film zu einem durchaus unterhaltsamen Kinoerlebnis, weshalb der Film von mir glatte 8/10 bekommt.





Der seltsame Fall des Benjamin Button

4 02 2009

Vor ca. einem halben Jahr habe ich den ersten Trailer zu diesem Film gesehen und war sofort begeistert von der Story als auch von Hauptdarsteller Brad Pitt, welcher eindeutig einer meiner Lieblingsschauspieler ist. Er hat es geschafft trotz seines „Beauty Boy“ Images nicht nur 0815 Hollywood Filme zu drehen, sondern auch Klassiker wie „Fight Club“ oder „Sieben“. Er ist nicht nur auf Geld aus, sondern auch auf Inhalt.

Jedenfalls wurde ich schon früh auf den Film aufmerksam während andere noch skeptisch dem Film gegenüber waren. Aber auch Regisseur David Fincher steht für exzellente Filme wie „The Game“ welcher immernoch einer meiner Lieblingsfilme ist oder halt „Sieben“. Zudem erfuhr man ja noch vor Deutschlandstart, dass der Film für sagenhafte 13 Oscars nominiert wurde und somit ist Benjamin Button einer der Filme wo ich nicht nur aus Langeweile oder dergleichen reingegangen bin sondern wirklich aus richtigem Interesse an den Film.

Die Story spielt teilweise in der Gegenwart wo Caroline ihrer im Sterben liegenden Mutter Daisy (Cate Blanchett) aus dem Tagebuch ihres Liebsten Benjamin Button vorliest. Der Film wandert immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit her. Benjamin Button wird am letzten Tag des 1. Weltkrieges geboren. Er kommt zwar als Säugling auf der Welt aber mit der äußerlichen Erscheinungen eines Greises und auch mit den Krankheiten und Gebrechlichkeiten eines Gleises. Seine Mutter stirbt bei der Geburt und sein Vater kann den Anblick des Säuglinges nicht ertragen und setzt ihn aus. Er wird von einer farbigen Altenpflegerin in ein Altenheim aufgenommen, wo er Bekanntschaft mit der sehr jungen Daisy macht, welche dort ihre Oma besucht. Es entsteht eine interessante Beziehung, denn vom Kopf her sind beide gleich alt, doch vom Aussehen liegen Welten zwischen ihnen. Des Weiteren wird im Film das gesamte Leben von Benjamin Button dargestellt, wie er im Gegensatz zu anderen Menschen immer jünger wird und durch die Welt reist aber immer wieder die Beziehung zu Daisy auffrischt.

 

Brad Pitt als Benjamin Button

Brad Pitt als Benjamin Button

 

 

Der Film ist einfach exzellent gemacht. Das Setting und die Atmosphäre der 20iger und den folgenden Jahrzehnten sind einfach 1A eingefangen. Man fühlt sich wirklich in diese Zeit zurückversetzt mit all ihren Eigenarten. Zudem begeistert Fincher mit brillianten Szenen z.B. eine rückwärts verlaufende Schlacht oder einen Unfall, der in all seine Kausalitäten a la „Was wäre Wenn…“ aufgeschlüsselt wird. Diese kleinen Extras runden einen so schon runden und gelungenen Film ab und machen ihn zu etwas Besonderen.

Neben Fincher sind auch die Hauptdarsteller zu loben. Brad Pitt spielt einfach fantastisch und hat meiner Meinung nach seinen ersten Oscar, der sowieso überfällig war, verdient. Als alter Greis, der immer jünger wird, spielt er absolut glaubhaft und stellt die Probleme und Konflikte sehr gut dar, sodass dem Charakter keine Glaubwürdigkeit abhanden kommt. Ebenfalls stark spielt Tilda Swinton als kurze Affäre von Benjamin Button und Taraji P. Henson als Stefmutter Queenie. Zudem begeistert auch die junge Elle Fanning als kindliche Daisy und zeigt in dem Film, dass sie ihrer Schwester Dakota Fanning in Nichts nachsteht. Cate Blanchett als ältere Daisy gefällt mir wohl aber kommt meiner Meinung nach nicht so wirklich gut rüber. 

Ein großes Lob muss man wohl auch den Maskenbildnern und den Leuten die für die CGI Effekte zuständig waren machen. Wie sie Brad Pitt z.B. veraltert haben bzw. nachher auch deutlich verjüngern ist einfach atemberaubend und man erkennt keine auffälligen Bearbeitungen oder Computereffekte. 

Insgesamt begeistert der Film also durch Story, den Darstellern und dem Setting. Alles greift gut ineinander und wird noch von ein paar Glanzmomenten abgerundet, sodass man den Film nie vergessen wird. Lediglich die Länge ist zwar wohl nötig aber überfordert teilweise, sodass man hier nd da eine gewisse Länge im Film wahrnimmt.

 

Benjamin Button und seine Geliebte Daisy

Benjamin Button und seine Geliebte Daisy

 

 

Auf jeden Fall hat es der Film verdient zahlreiche Oscars mit nach Hause zu nehmen und bekommt von mir 9/10.





Max Payne is on a killing spree

24 11 2008

Gestern Abend habe ich mir den neuen „Action Blockbuster“ Max Payne zur Gemüte geführt. Der Film ist eine Verfilmung des gleichnamigen PC-Spieles „Max Payne“, von dem es mehrere Teile gibt und welches von Genrefans geliebt wird. Auch ich habe mal ein Max Payne Teil gezockt und das war Grund genug für mich mir diesen Film zu geben.

Max Payne is in rage!

Grundsätzlich stehe ich Spielverfilmungen dank Uwe Boll eher skeptisch gegenüber. „Far Cry“, „Dungeon Siege“ und wie sie alle heißen waren absolute Reinfälle. Lediglich die „Resident Evil“ sowie „Hitman“ wussten teilweise zu überzeugen. Max Payne bietet allerdings ein schönes Setting und eine interessante Story sowie mehrere Charakter, sodass ich mir einiges von dem Film erwartet habe.

Natürlich ist es schwer den Inhalt eines ganzen Videospieles auf einen Film zu adaptieren. Allein die interaktive und aktive Ausrichtung der Spiele bleibt beim passiven gucken natürlich außen vor und so ist man zum Zugucken verdammt während man die Story aus aktiv interaktiver Sicht ganz anders wahrnimmt.

Max Payne handelt um einen Cop im Morddezernat, der seine Frau und sein kleines Baby bei einem „Raubüberfall“ verliert, weil er selbst 10 Minuten zu spät zu Hause ankommt. Dieser tragische Verlust nimmt ihn natürlich mit und er lässt sich vom Morddezernat in die Abteilung für unbekannte Fälle versetzen, wo er einen langweiligen Verwaltungsjob ausübt. Nachts hingegen streift er durch die Stadt in abgelegene Viertel, U-Bahnen und zwielichtigen Millieus um den Mörder seiner Frau zu finden, da die Polizei ihre Bemühungen eingestellt hat. Nach dem sein Freund und ehemaliger Kollege einen Zusammenhang zwischen einem aktuellen Mord und den Mord an Max Ehefrau herausfindet, ist Max Neugier geweckt. Er gerät in einen Strudel voller Intrigen, in die Welt des Bösen, wo die Grenzen zwischen Gut und Böse sich vermischen und wodurch er selbst zweier Morde beschuldigt wird, weshalb auch die Dienstaufsicht hinter ihm her ist.

Der Film bietet einige gute Aspekte. So ist das Setting einfach atemberaubend und die Atmosphäre vom Videospiel sehr gut transportiert worden. Das Setting ist dunkel gehalten, es ist kalt und es schneit. Der Schnee liefert einen schönen Schwarz-Weiß Kontrast, nahe dem „Noir“ Stil und liefert eine emotionale Bildgewalt. Der Film liefert einige hervorragende Bilder.

Zudem kommt die schauspielerische Leistung von Mark Wahlberg. Ich hatte anfangs meine Zweifel aber die hat er absolut weggeblasen. Er spielt den zurückgezogenen, in sich gekehrten, verbitterten und rachsüchtigen Cop ideal. Es gibt nicht viele Dialoge, aber die Mimik passt genau zur Situation in der sich Max Payne befindet. Außerdem sind die weiblichen Rollen mit „Bond Girl“ Olga Kurylenko als verführerische Natasha und Mila Kunis als ihre Schwester und Komplizin von Max Payne natürlich sehr attraktiv besetzt.

Mark Wahlberg als Max Payne und Mila Kunis als Mona

Das Setting und die Schauspieler lassen also schon auf einen großartigen Film schließen, doch dem ist leider nicht so. Der Film bietet soviel Potenzial und erfüllt es leider nicht annähernd. Man hätte mit dem Setting, was einige schon mit „Sin City“ vergleichen und der schauspielerischen Leistung ohne Probleme auf dne Olymp der Videospeiladaptionen kommen können. Doch man ist mit der dünnen Story leider gescheitert. Storytechnisch hat man die Geschichte vom Original leicht abgewandelt. So sind es nun Firmenbosse statt normale Drogendealer, welche die neue Droge auf dem Markt gebracht haben um Profit rauszuschlagen. Das ändert aber nichts daran, dass die Story sehr dünn und vorhersehbar ist. Man weiß im Film eigentlich ständig was als nächstes passiert, sodass kaum Spannung aufkommt.

Dem sehr guten Setting und der annehmbaren schauspielerischen Leistung gesellt sich also eine sehr dünne, vorausschaubare Story die den Film in den Durchschnitt zieht. Bei diesem Filme wurde soviel Potenzial verschenkt, dass es schon fast weh tut. Die Randbedingungen waren optimal, aber das Wichtigste stimmt einfach nicht und so kommt der Film eher unstimmig rüber. Auf einer Skala bis 10 würde ich ihn mit einer 6,5 bewerten.