Donnerstag war mal wieder Kinotag. Dank billigen Eintritt und der Tatsache, dass ich nichts Besseres zu tun hatte bin ich dann einfach mal mit Kollegen ins Kino gegangen. Frisch gestartet ist der Polit-Thriller „The International“ mit Clive Owen in der Hauptrolle, welcher mit bei Filmen wie „Shoot’Em Up“ oder „Sin City“ schon sehr gut gefallen hat. Als weibliche Ergänzung fungiert quasi Naomi Watts („The Ring“), welcher auch immer schön anzuschauen ist.
Aufmerksam geworden bin ich auf den Film durch einen Trailer im Kino. Dort kam er ganz stylisch rüber und auch den aktuellen Bezug zur Wirtschaftskrise fand ich interessant. Zudem eröffnete der Film die diesjährige Berlinale. Skeptisch war ich gegenüber Regisseur Tom Twyker, der einen meiner absoluten Hassfilme „Das Parfürm“ inszeniert hat.

Hauptdarsteller Clive Owen und Regisseur Tom Twyker
„The International“ handelt von einer Bank, welche in zwielichtige Geschäfte mit Waffen verwickelt ist. Interpol Agent Lous Salinger (Clive Owen) ist schon längere Zeit den dubiösen Machenschaften auf der Spur und ermittelt. Allerdings wird jeder potenzielle Zeuge oder Helfer unter mysteriösen Umständen umgebracht. Es zeigt sich, dass die Bank einfach überall drin verwickelt ist und das sie mit legalen Mitteln kaum zu stoppen ist, da Regierungen und Gerichte diese Bank und ihre illegalen Methoden nahezu decken.
In Punkto Atmosphäre kann der Film schon mal Pluspunkte verbuchen. Die Szenerie ist groß, modern und eher farblos gehalten, was einen gewissen modernen Style entwickelt. Die Bilder bei den Actionszenen und der Schnitt sind ebenso gut gelungen. An der Machart des Films kann man also kaum meckern.
Auch die schauspielerische Darbietung lässt kaum was zu wünschen übrig. Clive Owen spielt seinen klischeehaften Charakter gut und verleiht ihm eine gute Prise Glaubwürdigkeit, die nicht jeder Schauspieler dem Charakter hätte zutun können. Naomi Watts wird nicht groß gefordert, spielt ihre Rolle aber ebenfalls durchaus solide. Bei den Nebenrollen kann man ebenso kaum meckern. Mit Armin Müller-Stahl tritt auch ein deutscher Schauspieler öfters in Erscheinung.
Der Schwachpunkt des Films ist in der Story zu suchen. Der Film hat bei knapp zwei Stunden Spielzeit die eine oder andere Länge. Zudem sind einige Sachen stark überzeichnet und auch durchaus unrealistisch. (z.B. das Untersuchen der Schussbahnen) Interessant ist wiederum, dass einige Elemente laut Filmverantwortlichen durchaus in der Realität vorkommen, was den Film durchaus brisanter und interessanter macht. Das Ende wiederum ist meiner Meinung nach kein wirkliches Ende, auch wenn es letztendlich konsequent und realistisch ist. Dennoch hat mich die Story trotz vieler positiver Aspekte und Ansätze nicht vollkommen überzeugt. Meiner Ansicht nach wurde hier ein wenig Potenzial vergeudet.

Clive Owen als Interpol Agent Salinger
Insgesamt handelt es sich aber um einen gelungen Polit-Thriller, welcher stylisch inszeniert wurde und mit einer interessanten Story aufwartet, die allerdings auch teilweise ins Unrealistische abdriftet. Im gesamteindruck würd ich den Film 6,5 / 10 geben.







