Body of Lies mag dem einen oder anderen vielleicht kein Begriff sein. Spricht man von „Der Mann der niemals lebte“ wird der eine oder andere wissen worum es geht. Es ist ein relativ aktueller Film, welchen ich mir am zweiten Weihnachtstag mit meinen Kollegen aus Langeweile heraus im Kino angeguckt habe. Ich habe hier den originalen englischen Titel genommen, weil dieser einfach perfekt zur Story und zum Charakter passt. Der deutsche Titel macht einfach kaum Sinn und reißt den Titel irgendwie völlig aus dem Zusammenhang.
Die Story ist aaktueller denn je und natürlich wieder eine Terrorismusstory. So ausgelutscht das Thema eigentlich schon ist, verblüfft dieser Film durch seine Machart und liefert einen frischen Einblick in die Terrorismuswelt. Leonardo DiCaprio spielt dabei den CIA Undercover Agenten Roger Ferris, welcher im Nahen Osten versucht den Terroisten Al-Saleem in die Fittiche zu bekommen, der sich zu eine willkürliche weltweite Anschlagswelle bekannt hat. Er steht dabei ständig im Kontakt mit seinem Kontaktmann in Langley Ed Hoffmann (Russel Crowe), welcher Ferris meistens über Satelitenbilder überwacht und über ein Headset navigiert während er z.B. seine Kinder ins Bett bringt etc.
Der Film hat seine Daseinsberechtigung, weil er zum einen gut inszeniert ist. Die Locations im Nahen Osten wirken sehr authentisch und auch die Satelitenbilder sind gut platziert und liefern immer wieder einen Überblick über die Lage. Zudem ist dieser Film einer der Wenigen, welche die USA nicht als dominierende Macht darstellt, welche alles richtig macht und zum Schluss auch immer gewinnt, sondern dieser Film beleuchtet die realisitische, aktuelle Lage.
So wird zum Beispiel darauf hingewiesen, dass all die modernen Abhörmethoden der Amerikaner von den Terroristen dadurch gekontert werden, dass sie Botschaften nur von Angesicht zu Angesicht verbreiten und sie so den Amerikanern immer ein Stückchen Voraus bleiben. Auch die Politik des amerikanischen Geheimdienster was die Zusammenarbeit mit anderen Geheimdiensten angeht wird im Film deutlich hinterfragt. So arbeitet Ferris u.a. mit dem jordanischen Geheimdienst zusammen. Diese Kooperation ist sehr einseitig, sodass die Jordanier den Amerikanern ihre Männer und Informationen zur Verfügung stellen müssen aber keinen Gegenwert erhalten.

Letztendlich wird aber aufgezeigt, dass die alten „Old School“ Methoden immernoch Vorteile haben und man Gleiches mit Gleichem vergelten muss. Gehen die Terroristen unkonventionelle Wege, so sollten das die Geheimdienste auch tun und dies wird zumindest in diesem Film letztendlich auch belohnt.
Neben der Aufmachung des Films sind auch die Schauspieler ein weiterer Pluspunkt. DiCaprio, welcher lange Zeit nur über seine Titanic Rolle identifiziert wurde, grenzt sich immer weiter von dieser ab und zeigt, dass er auch andere Sachen spielen kann. Man nimmt ihn den Agenten durch und durch ab, hervorragend gespielt. Russel Crowe, welcher sich extra für diesen Film eine Pocke angefressen hat überzeugt ebenfalls wie gewohnt, wobei ihm sein Charakter kein großartigen Platz zum Entfalten gibt. Dennoch füllt er diese Rolle durchweg aus, genau wie alle anderen Nebenschauspieler gut besetzt sind.

Kritikpunkt des Films ist die etwas langatmige Story, welche durch eine Liebesbeziehung künstlich in die Länge gezogen wird. Für soviel Länge ist für einen Quasi Action Film dann auch ein bißchen zu wenig Action enthalten, sodass hier und da Langeweile aufkommt.
Dennoch kann der Film im Großen und ganzen einfach begeistern. Die Schauspieler liefern durchweg gute Leistungen und die Story bietet endlich mal auch andere Aspekte in der Terroristenbekämpfung. Wäre diese Film ein Stück kurzweiliger und hätte man gewisse Extras wie die unnötige Liebensgeschichte voller Klischees weggelassen wäre ein sehr guter, knackiger Actionfilm herausgekommen, so wirkt er teilweise etwas zu überfüllt.
Auf einer Skala bis 10 bekommt er dennoch 7 Punkte.